Umzug mit Klavier

Umzug mit Klavier

Ein Umzug an sich ist keine kleine Sachen und mit vielen Umständen verbunden. Außerdem bedeutet es Abschied von Altbewährtem zu nehmen. Jeder muss sich zu diesem Zeitpunkt die Frage stellen: Was mitnehmen und was nicht? Etwas schwieriger haben es da Besitzer eines Musikinstruments. Ein gutes Beispiel das Klavier. Selbst leichte Exemplare wiegen um die 180 Kilogramm oder mehr. Grund hierfür sind die massive Platte aus Gusseisen sowie die Drahtseiten, welche für Spannung sorgen sollen. Manch Konzertflügel bringt da eine halbe Tonne aufs Parkett. Wie lässt sich der Umzug am besten vollziehen? Antworten auf diese Fragen und mehr liefert der folgende Ratgeber.

Worauf muss beim Umzug geachtet werden?

Alleine schon aufgrund des Gewichts ist beim Transport Vorsicht geboten. Eine falsche Bewegung oder falsche Absicherung kann unwiderrufliche Schäden oder Kratzer verursachen. Deswegen ein paar Kriterien, auf die jeder bei seinem Umzug mit einem Klavier achten sollte.

1) Umzugsunternehmen

Zunächst stellt sich die Frage: Selbsttransport, Umzugsunternehmen oder Spezialist? Wie bereits erwähnt wiegt das Musikinstrument meist mehrere hundert Kilos. DIY-Transport ist nicht abgesichert. Bei Umzugsunternehmen besteht eine Versicherung. Erfahrene Möbelpacker sind die weitaus bessere Wahl, da Privatpersonen sich nicht gegen Wertschäden beim Umzug schützen können. Hier gilt es die verschiedenen Unternehmen miteinander zu vergleichen.

2) Flügeltransport

Beim Transport eines Klaviers kann eigentlich nur eine Möglichkeit in Betracht gezogen werden der Flügeltransport. Auch bekannt unter der Königsdisziplin bei Transporten. Wie bereits erwähnt sollten sich Betroffene einem ausgebildeten Umzugsunternehmen anschließen. Diese sind für solche Fälle am besten vorbereitet.

3) Transportwege (abmessen, abklären)

Ebenfalls sehr wichtig ist das Klären der Transportwege und Messen der Maße des Klaviers. Das spielt insbesondere beim Eigentransport eine Rolle. Eine ordentliche Planung ist dabei das A und O. Und dazu zählt nun einmal das Ausmessen der Transportwege. Knifflige Stellen können gerne fotografiert werden.

Am besten geht das mit einem Smartphone. Dadurch erhält man wichtige Daten, um unglücklichen Kratzern und Zusammenstößen aus dem Weg zu gehen. Schwere Geräte auf engem Raum sind extrem anfällig dafür.

Was tun, wenn Klavier zu groß für das Treppenhaus?

Ab und zu kann es vorkommen, dass das Klavier schlichtweg zu groß für das Treppenhaus ist. Es lässt sich somit nicht in einem Stück transportieren. Hierbei haben Besitzer nun zwei Möglichkeiten:

-> Klavier von einem Fachmann zerlegen lassen

-> Spezialunternehmen beauftragen (Kranarbeit)

Die erste Möglichkeit ist mit Abstand die beliebteste. Schließlich hat nicht jeder Wohnungsraum Platz für einen Kran zum Anheben. Außerdem sind die Kosten etwas höher. Generell sind beide Lösungen mit finanziellem Mehraufwand verbunden und sollten nur genutzt werden, wenn das Klavier auf keinen Fall durch das Treppenhaus passen sollte.

Welche Ausrüstung braucht es für den Transport?

Wie bereits erwähnt sind Planung, Organisation und Abmessungen die wohl wichtigsten Bestandteile eines jeden Klaviertransports. Egal ob DIY oder ein Umzugsunternehmen – es braucht zunächst einmal passende Ausrüstung. Denn es lässt sich nicht mit dem Transport eines Stuhls oder ähnlichem vergleichen. Zudem werden etwa 3 bis 4 weitere helfende Personen empfohlen. Für den Transport selbst braucht es dann:

  • Arbeitshandschuhe
  • Tragegurte
  • Sicherheitsgurte
  • Rollhund
  • Verpackungsmaterial
  • Sicherheitsschuhe

Ohne einen Rollhund gelingt der Transport nicht. Durch ihn wird es wesentlich einfacher das mehrere hundert Kilo schwere Klavier nach oben zu bewegen. Hier sollte man zusätzlich auf die maximale Belastbarkeit des Rollhundes achten. Handschuhe und passende Schuhe dürfen ebenfalls nicht vergessen werden. Schließlich kann es immer wieder mal zu Unfällen kommen. Tragegurte, Sicherheitsgurte und Noppen sorgen für bessere Stabilität.

Die meisten Utensilien und Kleidungsstücke lassen sich direkt beim Baumarkt um die Ecke kaufen. Bei den Tragegurten gilt es auf eine ergonomische Form zu achten sowie den richtigen Sitz. Denn falsch angelegt kann es den genauen Gegeneffekt erzielen. Ebenfalls möglich ist es die Kanten des Klaviers mit weichem Kunststoffschaum oder ähnlichem Material zu schützen. So würde selbst bei einem Zusammenstoß mit der Wand nichts passieren.

Wer sich für einen Transporter entscheidet, dem wird ein Modell mit Hebebühne empfohlen. Sollte das nicht möglich sein, dann das Klavier auf einem Ladeanhänger mit tiefer Ladefläche sowie Rampe transportieren.

Klaviertransport in 3 Schritten

Bevor die einzelnen Schritte durchgeführt werden, muss das Klavier mit Noppenfolien eingewickelt sein. Für weniger Hektik empfiehlt es sich diesen Schritt noch am Vortag zu erledigen. Ebenfalls wichtig: Im Voraus die richtige Technik für das Tragen abklären. Danach die folgenden 3 Schritte:

Schritt 1) Transport / Anheben

Für den Transport selbst werden Tragegurte, Sicherheitsgurte und ein Rollhund benötigt. Hierbei braucht es mindestens 3 Helfer. Zwei davon helfen das Klavier langsam anzuheben. Der andere schiebt anschließend den Rollhund unter das Klavier. Wichtig dabei ist es, dass das Klavier sich zentral befindet. Ein bisschen zu weit links oder rechts könnte die Balance aus dem Gleichgewicht bringen. Die Rollen müssen gleichmäßig belastet werden. Ist das geschafft, lässt sich das Klavier bis zum ersten Treppenabsatz befördern.

Schritt 2) Stufen

Schwierig wird es bei den Stufen. Manche davon sind leichter zu überwinden und andere aufgrund ihrer Höhe weniger. Zuvor muss der Transportweg genaustens kontrolliert werden. Lassen die Abmessungen einen sicheren Transport zu? Wo liegen mögliche Problemstellen? Gibt es andere Stolperfallen? Für die Sicherheit lohnt es sich einen Wächter aufzustellen. Der kann Nachbarn warnen. Nach den Sicherheitsvorkehrungen ist Muskelkraft gefragt.

Mithilfe der Tragegurte heben zwei der Helfe das Klavier an. Danach wird das Instrument über die Treppen getragen. Es braucht mindestens einen weiteren Helfer, der sicherstellt, dass das Klavier nicht kippt. Treppenabsätze können perfekt zur Erholung genutzt werden. Gerade bei schweren Gegenständen ein Muss & Pflicht.

Schritt 3) richtige Sicherung

In Schritt Nummer 3 wird das Klavier wieder auf den Rollhund befördert sowie anschließend zum Transporter geschoben. Nun ist Vorsicht geboten. Hebebühne herunterlassen und das Klavier vorsichtig auf die Bühne rollen. Im nächsten Arbeitsschritt das Klavier mithilfe der Tragegurte auf die Bühne heben. Dann den Rollhund entfernen.

Jetzt lässt sich das Musikinstrument bequem in den Laderaum transportieren. Die beste Position für die Ladung befindet sich an der Seitenwand. Empfindliche Oberflächen am besten ausreichend durch Polsterung, Folie und co. schützen. Alte Decken reichen dafür vollkommen aus. Auf keinen Fall die Fixierung durch Transportgurte vergessen. Selbst leichte Vibrationen können bei einem Klavier für Schäden sorgen. Beim Ausladen gilt die gleiche Vorgehensweise wie bereits beschrieben. Nur in der umgekehrten Reihenfolge.

Wann lohnt sich ein Transportunternehmen?

Beim Umzug mit einem Klavier gibt es auf viele Dinge zu achten. Manche lassen sich im Voraus planen und andere hingegen können plötzlich auftauchen und zu einem Problem werden. Aber ab wann lohnt es sich ein Transportunternehmen zu beauftragen? Am besten, wenn folgende Punkte zutreffen:

-> sehr wertvolles Instrument

-> Treppenhaus ist eng

-> antikes Stück (Konzertflügel)

-> gesundheitliche Probleme

-> fehlende Hilfe, Ausrüstung

Speziell bei teuren Klavieren lohnt sich immer der professionelle Transport durch einen Dienstleister. Selbes gilt bei Problemen mit der Gesundheit. Probleme an den Armen oder Beinen können dort zu einem echten Hindernis werden. Und gerade bei engen Passagen ist Präzisionsarbeit gefragt. Fehlende Helfer und nicht vorhandene Ausrüstung sind ein No-go.

Fazit

Wer mit einem Klavier umziehen möchte, steht vor einer Mammutaufgabe. Es gibt im Grunde genommen zwei Möglichkeiten. Entweder der Eigentransport oder durch ein externes Unternehmen. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Am Ende lohnt sich aber meistens der Transport durch geschultes Personal. Entscheidend beim Transport selbst sind die engen Treppengänge, genauen Abmessungen über Flügel sowie das passende Equipment. Sicherheit geht vor. Das gilt für das Klavier als auch für die Menschen, die es letztendlich tragen. Sicherheitsschuhe verhindern Brüche und Schmerzen. Rollhunde und Sicherheitsgurte erleichtern den Transport. Unter Berücksichtigung dieser Punkte sollte dem Umzug nichts mehr im Weg stehen.

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